Babybedenkzeit 2019

Kategorie: Aktuelles-2019

Von Montag, den 11.02.2019 bis Mittwoch, den 13.02.2019 hatten alle Schülerinnen und Schüler die Chance bei einem Projekt namens Babybedenkzeit mitzumachen. Die Teilnehmergebühr betrug 10€, da die Schule das Projekt finanziell unterstützt. Es gab auch die Möglichkeit mit zwei Personen auf ein „Baby“ aufzupassen. Da die Simulatoren begrenzt waren, musste man sich lange im Voraus anmelden und eine Bewerbung schreiben. Dieses Mal konnten alle, die sich beworben haben auch mitmachen, ansonsten hätten wir eine andere Möglichkeit finden müssen. Ich selbst habe auch teilgenommen und kann sagen: Es war eine spannende Erfahrung!


Dieses Mal haben sich nur Mädchen angemeldet. Montagmorgen um 8 Uhr ging es los. Wir haben die Stühle in den separaten Klassenraum, in dem wir waren, zu einem Stuhlkreis zusammengestellt und eine Begrüßungsrunde gemacht. Als alles Organisatorische geregelt war, haben wir erklärt bekommen, wie die Simulatoren funktionieren und was wir in verschiedenen Situationen tun sollen. Uns wurde erklärt, was wir machen können und auf keinen Fall tun sollten, das „Baby“ darf z.B. nicht mit Wasser in Berührung kommen, da der Simulator dann kaputt geht. Wir haben auch eine Notfalltelefonnummer bekommen, bei der wir, wenn irgendwas nicht funktionieren sollte, anrufen konnten, zum Glück war das nicht der Fall.
Nach der zweiten großen Pause war es Zeit für die Geburt bzw. die Ausgabe der Simulatoren. Alle waren sehr aufgeregt, da vorher nicht klar war, ob man ein Mädchen oder einen Jungen bekommen würde. Wir bekamen nacheinander die Babys. Jedes Baby sah ein bisschen anders aus. Es gab auch verschiedene Haut- und Augenfarben.
Zusammen mit den Babys bekamen wir einen Schlafsack, damit sie nicht kalt bekommen, denn die Babys konnten auch die Temperatur messen. Wir haben auch eine Flasche und eine Windel bekommen, eine Windel hatte das Baby schon an.
Ich habe einen Jungen bekommen, den ich Billy genannt habe. Wir haben für alle Babys Geburtsurkunden ausgefüllt und durften dann nach Hause gehen. Mein Baby hat erst nicht geschrien und ich dachte schon, irgendwas wäre kaputt, nachträglich hätte ich mir gewünscht, dass das Baby weiter so ruhig geblieben wäre. Um 15 Uhr hat Billy das erste Mal geschrien. Dann immer wieder in Abständen von ungefähr zwei Stunden. Wenn der Simulator schreit, will er entweder die Falsche, eine „frische“ Windel (es wird nicht wirklich etwas in die Windel gemacht), Bäuerchen machen oder einfach nur geschaukelt werden. In der Nacht hat mein Baby nur zwei Mal geschrien. Am nächsten Morgen war ich zwar müde, aber es ging. Andere „Mütter“ hatten anstrengendere Kinder – zwischen ein bis zwölf Mal Geschrei in der Nacht war alles dabei. Ich war mit zwei Mal also gut bedient. Am Dienstag haben wir im Unterricht über unsere Zukunft gesprochen, was wir uns wünschen oder worauf wir hinarbeiten wollen und wie wir unserer Ziele erreichen können.
Wir sollten unsere Babys nach Möglichkeit mit zu unseren Hobbys mitnehmen. Das hat für mich bedeutet, Billy musste mit zu den Pfadfindern. Alber alles hat gut geklappt, er hat nur einmal geschrien. Es war aber trotzdem sehr witzig.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch habe ich erst gedacht, wenige als zwei Mal schreiben geht ja nicht, ich mache mich lieber gefasst. Und als mein Baby dann um ein Uhr fast eine Stunde lang die Flasche wollte und gekuschelt werden wollte, habe ich schon schwarz gesehen. Aber zu meiner Überraschung blieb es bei einem Mal.
Am nächsten Morgen hat das Baby noch ein paar Mal geschrien.
Doch dann sollten wir die Babys abgeben, manche waren froh, dass sie wieder mehr Schlaf bekommen würden, aber die Mehrheit war traurig. Wir haben gelacht, als uns am Anfang erzählt wurde, dass andere Mädchen geweint hätten, als sie ihre Simulatoren abgeben mussten. Aber als es für uns selbst so weit war, waren wir doch traurig. Es hört sich jetzt komisch an, man ist traurig, dass man einen Roboter abgeben muss, aber man entwickelt doch, auch wenn es nur ein Simulator ist, eine Bindung.
Wir haben dann überleg, was wir heute Mittag machen und die häufigste Antwort war ganz klar. Schlafen!
Dann haben wir ein bisschen über andere Sachen geredet und die Auswertung bekommen. Bei mir war aller gut, ich hatte auch ein sehr ruhiges Baby an dieser Stelle: „Danke Billy, du warst ein sehr lieber Sohn.“ Das Projekt hat trotz des Stresses viel Spaß gemacht und diese Erfahrung werden die anderen Schülerinnen und ich sicher nicht mehr vergessen.
Elena Knoll, 9.2