Auf Tuchfühlung mit Wirtschaft, Dienstleistung und Industrie

Kategorie: Berufsorientierung

Projekttag zur Berufsorientierung

Am 12.06. fand in der Gemeinschaftsschule am Limberg der diesjährige Projekttag zur Berufsorientierung statt. Die von Herrn Jochen Alt bereits zum dritten Mal sorgfältig und engagiert vorbereitete Informationsveranstaltung hatte das Ziel, Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8H und 9M mit Vertretern aus Wirtschaft, Logistik, der  Stahl- und Baubranche sowie aus dem Bereich der Pflege zusammenzubringen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen so die Möglichkeit, sich über Ausbildungsberufe mit den entsprechenden Anforderungsprofilen zu informieren.

Zu den Vortragenden gehörten:
Von der VAUS (Verbundausbildung Untere Saar) Frau Bühler, Frau Pfeiffer und Herr Barth mit dem Themenschwerpunkt „Pro und Contra Ausbildung – Die Bedarfe der Wirtschaft“, von der Deutschen Bahn Netz AG (Regionalbereich Südwest) Frau Hollax, von der Deutschen Bank Frau Sänger-Schmidt, von den Dillinger Hüttenwerken (Technische Erstausbildung) Herr Stein, von der Bundeswehr (Karriereberatung) Herr KptLT Daetz, von der Firma Dachser SE, Logistikzentrum Saar, Herr Wahlster, vom Ausbildungszentrum der AGV Bau Saar GmbH Herr Detemple, von der Saarstahl AG Herr Kunz und Herr Fried, und schließlich von der AWO Seniorenresidenz gGmbH Herr Herrmann und Herr Ulrich.

Unterstützt wurde Herr Alt zudem durch Herrn Michael Nassar, der an der Schule am Limberg für die Sprachausbildung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sowie der wachsenden Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zuständig ist.


Das Messen des Blutdrucks ist eine immer wiederkehrende Tätigkeit in der Alt(en)pflege.

 

Es ergaben sich bei dieser Gelegenheit zahlreiche interessante Gespräche über die Potentiale und Einsatzmöglichkeiten der Zuwanderer in unserer Ausbildungs- und Berufswelt. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich vorab für die Teilnahme an für sie in Frage kommende Veranstaltungen  entscheiden und erhielten so die Möglichkeit, sich über Anforderungsprofile für Berufe aus den jeweiligen Wirtschaftszweigen zu informieren. Den interessierten Schülerinnen und Schülern wurde schnell klar, dass sich die moderne Wissensgesellschaft bereits in der Berufsausbildung widerspiegelt; die Referentinnen und Referenten machten deutlich, dass neben den „klassischen“ Kernkompetenzen Mathematik und Deutsch sowie Fremdsprachen je nach Ausbildungsberuf auch Kenntnisse in Chemie und Physik immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Am Beispiel der Gebäudereinigung wurde gezeigt, dass dieser Beruf mit der Möglichkeit zur Spezialisierung, beispielsweise im Sanitärbereich (Krankenhaushygiene), Wissen über Chemikalien voraussetzt. Außerdem bietet auch dieser Beruf Aufstiegschancen. Von besonderem Erkenntniswert waren Informationen über sogenannte Nischenberufe, zu denen beispielsweise Glaser und Steinmetze gehören (natürlich für Jungen und Mädchen angeboten), Hörgeräte-Akustiker(in), Optiker(in), im Elektrobereich wäre das Berufsbild Energie -Gebäude-Techniker(in) zu nennen. Wie schon zuvor erwähnt, sind für diese Berufe natürlich Physikkenntnisse unabdingbar.  Vertreter aus der Bauwirtschaft unterstrichen mehr als deutlich,  dass auch hier die Technik immer weiter Einzug hält. Anschaulich wurde dies am Beispiel der Bagger- und Kranführer demonstriert, die im Hoch- und Tiefbau sowie im Fertighausbau große Elemente wie Röhren und ganze Mauern mit höchster Präzision setzten müssen. Die Vertreter aus dem Pflegebereich machten klar, dass der Bedarf an Pflegepersonal weiter steigen wird; zudem bietet dieses Berufsfeld zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten. Die Internationalität des Personals und ihr Werdegang bis hin in leitende Positionen lässt dieses Berufsfeld als einen Beleg für gelungene Integration erscheinen.
Den Rückmeldungen der Referenten konnte entnommen werden, dass die Schule am Limberg bereits überregional als Musterschule für einen Projekttag zur Berufsorientierung wahrgenommen wird. Dies liege nicht nur an der professionellen Organisation, sondern auch am Empfang und der besonderen Gastfreundlichkeit dieser Schule.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftszweige hatten in den Pausen die Gelegenheit, in der Bibliothek der Schule in gemütlicher Runde spannende Diskussionen über Fragen zur Bildung und Ausbildung junger Menschen zu führen und Erfahrungen auszutauschen.
Mit dem Projekttag zur Berufsorientierung an der Schule am Limberg hat sich eine kreative Schnittstelle zwischen Schule und Berufswelt etabliert, die mit Sicherheit hilfreich sein wird, den Herausforderungen unserer immer dynamischer werdenden Berufswelt an die jungen Menschen erfolgreich zu begegnen.
Text: Michael Nassar